{"id":9,"date":"2019-06-17T07:08:09","date_gmt":"2019-06-17T07:08:09","guid":{"rendered":"https:\/\/air-pollution.health\/de\/?page_id=9"},"modified":"2019-08-07T14:36:08","modified_gmt":"2019-08-07T14:36:08","slug":"call-to-action","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/air-pollution.health\/de\/home\/call-to-action\/","title":{"rendered":"Handlungsaufruf"},"content":{"rendered":"<h3>Handlungsaufruf<\/h3>\n<p>Die f\u00fcnf Nationalen Akademien der Wissenschaften und Medizin von S\u00fcdafrika, Brasilien, Deutschland und den USA fordern die Regierungen, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft mit diesem Handlungsaufruf dazu auf, in allen L\u00e4ndern die Luftverschmutzung zu reduzieren. Dieser Aufruf st\u00fctzt sich auf eindeutige wissenschaftliche Evidenz zu den Auswirkungen von Luftverschmutzung auf die Gesundheit.<\/p>\n<p>Viele bestehende Vertr\u00e4ge, Resolutionen, \u00dcbereinkommen und Initiativen befassen sich bereits mit einzelnen Aspekten der Luftverschmutzung. Dazu geh\u00f6ren das Montreal-Protokoll, das \u00dcbereinkommen \u00fcber weitr\u00e4umige grenz\u00fcberschreitende Luftverunreinigung der UN-Wirtschaftskommission f\u00fcr Europa, das Rahmen\u00fcbereinkommen der WHO zur Eind\u00e4mmung des Tabakkonsums und die Resolution der Weltgesundheitsversammlung zu den Auswirkungen von Luftverschmutzung auf die Gesundheit.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund schlagen die Akademien die <strong>Verabschiedung eines globalen Pakts zur Luftverschmutzung<\/strong> vor. Damit w\u00e4re ein nachhaltiges Engagement auf h\u00f6chster Ebene gew\u00e4hrleistet, und die Bek\u00e4mpfung und Reduzierung von Luftverschmutzung w\u00fcrde zu einer Priorit\u00e4t f\u00fcr alle. Zudem w\u00fcrden dadurch politische Entscheidungstr\u00e4ger und andere zentrale Akteure, auch die Privatwirtschaft, dazu angehalten, die Bek\u00e4mpfung und Reduzierung von Luftverschmutzung in die nationale und lokale Planung, in Entwicklungsprozesse sowie in Unternehmens- und Finanzstrategien aufzunehmen. Damit dieser Prozess erfolgreich sein kann, werden sowohl <strong>politische F\u00fchrung als auch Partnerschaften<\/strong> gebraucht, beispielsweise eine Zusammenarbeit im Rahmen bereits bestehender multinationaler Strukturen.<\/p>\n<p>Den Akademien ist bewusst, dass es keine perfekte L\u00f6sung gibt, die in allen Situationen und in allen L\u00e4ndern passt. Gleichwohl besteht in den folgenden Bereichen dringender Handlungsbedarf:<\/p>\n<p>Es gibt bereits <strong>viele politische und technische L\u00f6sungen zur Reduzierung von sch\u00e4dlichen Verbrennungsprodukten<\/strong>. Bei station\u00e4ren Quellen sind das unter anderem die Implementierung von Emissionskontrollen f\u00fcr Industrieanlagen und Kraftwerke sowie die Umstellung auf saubere Brennstoffe. Bei Haushalten geh\u00f6rt dazu zum Beispiel die Bereitstellung des Zugangs zu sauberen Brennstoffen dazu. Im Bereich Verbrennung von Biomasse sind das unter anderem die Durchsetzung von Regeln zum Unterbinden der Abfallverbrennung sowie neue landwirtschaftliche Techniken, mit denen die Verbrennung der Ernte reduziert wird. Bei den beweglichen Quellen besteht eine L\u00f6sung unter anderem darin, nachhaltige Infrastrukturen bei \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln und der Stadtplanung zu f\u00f6rdern und in diese zu investieren.<\/p>\n<p><strong>Es muss einen Austausch zwischen den Akteuren \u00fcber effektive politische Ma\u00dfnahmen und Technologien geben<\/strong>. Soweit m\u00f6glich sind diese Strategien unverz\u00fcglich in allen L\u00e4ndern der Welt unabh\u00e4ngig von dem jeweiligen wirtschaftlichen Entwicklungsstand umzusetzen. Bei einigen L\u00f6sungen herrscht dabei gro\u00dfer Konsens. Wo dieserfehlt oder die Wahl der politischen Ma\u00dfnahmen erheblich vom jeweiligen Kontext abh\u00e4ngt (angesichts der Heterogenit\u00e4t bei den Rechtssystemen, bei geographischer Lage, wirtschaftlicher Entwicklungsstufe und bei den Verschmutzungsquellen), sind die Ma\u00dfnahmen entsprechend anzupassen, wobei es allgemeine Ma\u00dfnahmen gibt, die in vielen Teilen der Welt ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p><strong>Erfolgsgeschichten bei der Bek\u00e4mpfung von Luftverschmutzung<\/strong> in den St\u00e4dten und L\u00e4ndern sollten gesammelt werden, Erkenntnisse aus diesen Geschichten abgeleitet und mit jenen L\u00e4ndern geteilt werden, die erst jetzt damit anfangen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Die Belastung der Bev\u00f6lkerung steht in direktem Zusammenhang mit der Bev\u00f6lkerungsdichte, der Schadstoffkonzentration und der Dauer der Belastung. Bei der <strong>Optimierung der Kosten und Nutzen der Ma\u00dfnahmen<\/strong> zur Verbesserung der Luftqualit\u00e4t sollte der Schwerpunkt auf den Verschmutzungsquellen liegen, bei denen die Belastung der Bev\u00f6lkerung kosteng\u00fcnstig reduziert werden kann, sowie auf der Verringerung der Belastung f\u00fcr die \u00e4rmsten Mitglieder der Gesellschaft, wobei einger\u00e4umt wird, dass diese beiden Punkte ab und zu auch kollidieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dringend notwendig in allen L\u00e4ndern ist die<strong> hinreichende \u00dcberwachung der zentralen Verschmutzungsmesswerte<\/strong>, insbesondere der PM2,5-Konzentrationen und der Belastung der Bev\u00f6lkerung. Weiterhin bedarf es regelm\u00e4\u00dfiger statistischer Analysen, die zur Ermittlung des Erfolgs von politischer Ma\u00dfnahmen herangezogen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Die positiven Nebeneffekte der jeweiligen politischen Instrumente in anderen Bereichen m\u00fcssen ermittelt werden.<\/strong> Dabei sollten Ma\u00dfnahmen, die Synergien zwischen verschiedenen Entwicklungszielen maximieren \u2013 zum Beispiel Klimaschutz und Ern\u00e4hrungssicherheit \u2013 Vorrang haben. Verbesserungen bei der Energieeffizienz reduzieren sowohl CO\u2082 als auch sch\u00e4dliche Verbrennungsprodukte; Gleiches gilt f\u00fcr viele andere Strategien zur Bek\u00e4mpfung des Klimawandels wie erneuerbare Energien und der Elektrifizierung des Verkehrs.<\/p>\n<p><strong>Es m\u00fcssen Strategien f\u00fcr die Umsetzung der L\u00f6sungen erarbeitet werden<\/strong>. Zu diesen Strategien k\u00f6nnen der Aufbau institutioneller Kapazit\u00e4ten, die Verbesserung der Governance und die F\u00f6rderung von Mechanismen zur beh\u00f6rden- und institutionen\u00fcbergreifenden Kooperation geh\u00f6ren sowie die Umsetzung der Strategien.<\/p>\n<p>Die Gestaltung und Zielsetzung der jeweiligen politischen Ma\u00dfnahmen kann durch <strong>die Instrumente der Risikobewertung und der Kosten-Nutzen-Analyse<\/strong> unterst\u00fctzt werden. Die Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der Luftverschmutzung sollten so angelegt sein, dass sie kosteng\u00fcnstig f\u00fcr eine Verringerung der Belastung der Bev\u00f6lkerung sorgen. Idealerweise sollten sie gleichzeitig auch positive Effekte in anderen Bereichen wie dem Klima oder anderen Sektoren wie der Landwirtschaft hervorrufen. F\u00fcr Verursacher sollten Anreize geschaffen werden, Luftverschmutzung und damit die Belastung am kosteng\u00fcnstigsten zu reduzieren.<\/p>\n<p>Diese Ma\u00dfnahmen erfordern die <strong>Mobilisierung finanzieller Ressourcen sowie erhebliche Investitionen<\/strong> zur Reduzierung der Luftverschmutzung. Zudem werden weitere finanzielle Mittel f\u00fcr die Forschung, die \u00dcberwachung der Verschmutzung, die Infrastruktur, die Verwaltung und Kontrolle sowie f\u00fcr die Interaktion mit allen Beteiligten ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich brauchen wir den <strong>aktiven Einsatz f\u00fcr Ma\u00df\u00adnahmen<\/strong>, bei denen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger informiert und inspiriert werden, ihren pers\u00f6nlichen Luftverschmutzungs-Fu\u00dfabdruck zu verringern, und sich f\u00fcr mutige Verpflichtungen des \u00f6ffentlichen und privaten Sektors stark machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Handlungsaufruf Die f\u00fcnf Nationalen Akademien der Wissenschaften und Medizin von S\u00fcdafrika, Brasilien, Deutschland und den USA fordern die Regierungen, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft mit diesem Handlungsaufruf dazu auf, in allen L\u00e4ndern die Luftverschmutzung zu reduzieren. 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